Hauptstadt und Zentralmontenegro: vollständiger Regionalführer
Montenegros Inneres rund um Podgorica: Transitdrehscheibe, Ostrog-Kloster-Felspilgerreise, Nikšić Bierstadt und wenig-touristische Auszeit.
Quick facts
- Hauptstadt
- Podgorica (Landeshauptstadt)
- Zweitgrößte Stadt
- Nikšić
- Flughafen
- Podgorica (TGD) — einziger internationaler Inland-Hub
- Wichtigstes Kloster
- Ostrog — in eine weiße Felswand gemeißelt
- Währung
- Euro (EUR)
- Sprache
- Montenegrinisch (wenig Englisch außerhalb der Hauptstadt)
| Wo | Binnenland Montenegros rund um Podgorica, Nikšić und Ostrog |
| Zeitbedarf | Halbtägiger Zwischenstopp bis 2–3 Tage |
| Anreise | Flughafen Podgorica (TGD), oder Autobahn A1 von der Küste |
| Kostenniveau | Deutlich günstiger als die Küste; Busfahrten ab ca. 4 € |
| Beste Zeit | April–Juni und September–Oktober |
Der Teil Montenegros, durch den die meisten Besucher einfach durchfahren
Zentralmontenegro existiert im toten Winkel der meisten Reiserouten. Besucher landen am Flughafen Podgorica, holen ein Mietauto ab und fahren direkt zur Küste — rund eine Stunde südlich über die Autobahn. Diese Logik ist verständlich. Die Küste ist schön; die Hauptstadt ist es nicht. Aber die gesamte Zentralregion aufzugeben bedeutet, zwei wirklich außergewöhnliche Dinge zu verpassen: das Ostrog-Kloster, in eine senkrechte weiße Felswand wie etwas aus einem Fantasy-Roman gemeißelt, und Nikšić, eine funktionierende montenegrinische Stadt, wo man einen Nachmittag mit gegrilltem Fleisch und dem nationalen Bier verbringen kann, ohne einen einzigen anderen Touristen zu sehen.
Podgorica — die Transitdrehscheibe
Montenegros Hauptstadt liegt am Zusammenfluss zweier Flüsse (Ribnica und Morača) in einem breiten flachen Tal, mit Bergen in alle Richtungen sichtbar. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig neu aufgebaut und dann nach dem Erdbeben 1979 erneut, was bedeutet, dass ihr das Altstadtcharme von Kotor oder sogar Nikšić fehlt. Was sie stattdessen hat: den einzigen internationalen Flughafen im Inland, schnelle Autobahnverbindungen zur Küste (1 Stunde nach Kotor, 45 Minuten nach Budva) und ein kleines, aber wirklich angenehmes osmanisches Viertel namens Stara Varoš.
Eine vollständige Übersicht findest du im Podgorica-Reiseguide.
Nikšić — die Bierstadt
Montenegros zweitgrößte Stadt, 56 km nordwestlich von Podgorica, ist vor allem als Heimat von Nikšićko Pivo bekannt — dem Amber-Lager, das rund 90 % aller in Montenegro konsumierten Biere ausmacht. Die 1896 gegründete Brauerei dominiert immer noch den westlichen Stadtrand. Über die Brauerei hinaus hat Nikšić die mittelalterliche Festung Onogošt (teilweise ausgegraben), den Trebjesa-Hügelpark mit Blick über die Stadt und den Krupac-See 6 km außerhalb der Stadt.
Nikšić ist auch die beste Basis für Ostrog-Kloster (40 Minuten) und Ausgangspunkt für Žabljak und den Durmitor-Nationalpark (2 Stunden nördlich).
Details im Nikšić-Reiseguide.
Ostrog-Kloster — die unverzichtbare Sehenswürdigkeit der Region
Das Ostrog-Kloster ist direkt in eine senkrechte weiße Felswand auf ca. 900 m Höhe über dem Zeta-Flusstal gemeißelt. Im 17. Jahrhundert vom Heiligen Basilius von Ostrog erbaut, scheint das obere Kloster (Gornji Manastir) aus der Ferne in den Fels zu schweben — eine optische Täuschung, die durch die Bemalung der Höhlenkammern entsteht. Pilger reisen aus der gesamten orthodoxen Welt an, um die Reliquien des Heiligen Basilius zu besuchen; an großen Feiertagen wird die Straße zum Kloster zu einer Prozession.
Nicht-religiöse Besucher kommen wegen der Architektur und dem schwindelerregenden Standort. Der Weg erfordert entweder einen steilen 20-minütigen Spaziergang vom unteren Kloster oder eine sehr enge einspurige Straße. Frühzeitig hingehen, um Schlangen im Sommer zu vermeiden. Bescheidene Kleidung ist erforderlich (Schultern und Knie bedeckt).
Anreise: Ostrog liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Podgorica und Nikšić, ca. 40 Minuten von beiden. Es gibt keinen direkten öffentlichen Bus zum oberen Kloster; das untere Kloster wird von gelegentlichen Bussen aus Podgorica bedient.
Podgorica: Durmitor NP & Ostrog Pearls of MontenegroFür einen vollständigen eigenständigen Guide zum Kloster – das zweistufige Layout, die Kleiderordnung und was Pilger und nicht-religiöse Besucher jeweils erwarten sollten – siehe den Guide zum Kloster Ostrog. Wer speziell von der Bucht kommt, findet im Guide Ostrog ab Kotor die Route im Detail.
Ostrog von der Küste — welche Route?
| Startpunkt | Fahrzeit | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Kotor | ca. 1:30 Std. | Über den Sozina-Tunnel und die Straße nach Nikšić |
| Budva | ca. 1:15 Std. | Etwas kürzer über die A1 |
| Podgorica | ca. 40 Min. | Die direkte, einfachste Route |
| Nikšić | ca. 40 Min. | Gut, wenn man es mit der Brauerei kombiniert |
Auf welcher Route auch immer, im Sommer vor 9 Uhr ankommen – sowohl die enge Zufahrtsstraße als auch die Warteschlange für die Höhlenkammern werden im Laufe des Vormittags deutlich schlechter.
Morača-Kloster — der Schluchtenbonus
Auf der Fahrt nordwärts von Podgorica nach Kolašin und in die Berge betritt die Straße den Morača-Fluss-Canyon. An der südlichen Einfahrt des Canyons, 65 km von Podgorica, liegt das Morača-Kloster auf einer Flussterrasse neben einer mittelalterlichen Brücke. Das Kloster stammt aus dem Jahr 1252 und enthält einige der schönsten byzantinischen Fresken in Montenegro.
Auf der Fahrt von Podgorica nach Norden Richtung Kolašin und die Berge führt die Straße in den Canyon des Flusses Morača – eine spektakuläre Schlucht, in der sich der Fluss 300 m unterhalb der Straße durch Kalkstein gräbt. Am südlichen Eingang der Schlucht, 65 km von Podgorica, liegt das Kloster Morača auf einer Flussterrasse neben einer mittelalterlichen Brücke.
Das Kloster stammt aus dem Jahr 1252 und beherbergt einige der schönsten byzantinischen Fresken Montenegros, besonders in der Kirche der Entschlafung. Es ist ein 20-minütiger Stopp, den die meisten Bergreisenden auf dem Weg zum Durmitor mitnehmen. Siehe den Guide zum Kloster Morača für die vollständige Geschichte und worauf man bei den Fresken achten sollte.
Sich in Zentralmontenegro fortbewegen
Per Auto: Die A1-Autobahn verbindet Podgorica südwärts mit der Küste und nordwärts in Richtung Kolašin und Serbien. Nikšić ist über eine separate Autobahn von Podgorica erreichbar (40 Minuten).
Per Bus: Podgoricas Busbahnhof verbindet die meisten montenegrinischen Städte. Nikšić hat häufige Verbindungen von Podgorica (ca. stündlich, ~4 €, 1 Stunde). Busse nach Žabljak fahren einige Male täglich.
Von der Küste: Kotor nach Podgorica dauert unter einer Stunde über den Sozina-Tunnel auf der A1. Budva nach Podgorica ca. 45 Minuten. Tunnelmaut ca. 4,50 €.
Zeiteinteilung
Transitstopp (3–4 Stunden): Am TGD landen, zur Stara Varoš in Podgorica fahren für einen Kaffee, zur Küste weiterfahren. Oder von der Küste aus Ostrog als halbtägigen Ausflug hinzufügen.
Ein voller Tag von der Küste: Podgorica am Morgen (Stara Varoš spazieren, Mittagessen), Ostrog nachmittags, abends zurück zur Küste.
Zwei Tage im Inland: Erster Tag Podgorica und Umgebung. Zweiter Tag Nikšić morgens, Ostrog nachmittags.
From Podgorica: Skadar, Sveti Stefan, Kotor Day TripZwei Tage im Binnenland: Erster Tag Podgorica und Umgebung. Zweiter Tag vormittags Nikšić, nachmittags Ostrog, optional Morača auf dem Rückweg. Nützlich, wenn Sie zwischen Küste und Bergen wechseln. Der Guide Tagesausflüge ab Podgorica legt weitere Kombinationen dar, einschließlich Skadarsee und Biogradska Gora.
Häufig gestellte Fragen
Ist Podgorica einen Besuch wert?
Einen Stopp wert ist genauer. Podgorica hat keine Weltklasse-Sehenswürdigkeiten, aber es hat eine funktionierende, nicht gehypte montenegrinische Stadt, die die meisten Touristen komplett umgehen. Das Stara-Varoš-Viertel, die Millennium-Brücke und der Flussspaziergang entlang der Morača brauchen nur zwei bis drei Stunden.
Kann man Ostrog von der Küste aus als Tagesausflug besuchen?
Ja, problemlos. Kotor nach Ostrog ist ca. 1h30 jeweils. Budva nach Ostrog ca. 1h15. Um 9 Uhr starten, um die Mittagsschlangen zu vermeiden.
Muss man orthodox sein, um das Ostrog-Kloster zu besuchen?
Nein. Ostrog empfängt alle Besucher unabhängig von der Religion. Bescheidene Kleidung ist erforderlich: keine Shorts, nackte Schultern oder ärmellosen Oberteile.
Ist Nikšić einen Stopp wert?
Wenn man Zeit hat und wissen möchte, wie eine reguläre montenegrinische Stadt aussieht, ja. Es ist kein Touristenziel im konventionellen Sinne, aber Atmosphäre, Preise und lokaler Charakter machen es zu einem nützlichen Gegenstück zur touristischen Küste. Das Bier ist günstig und gut.