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Berge und Nationalparks: Montenegros Hochlandführer

Berge und Nationalparks: Montenegros Hochlandführer

Fünf Nationalparks, Europas tiefste Schlucht, Balkan-Skigebiete und Urwald: vollständiger Reiseführer zu Montenegros Bergen.

Quick facts

Höchster Gipfel
Bobotov Kuk, 2.523 m
Tiefste Schlucht
Tara-Schlucht, 1.300 m — zweittiefste weltweit
Nationalparks
5 (Durmitor, Biogradska, Lovćen, Skadar, Prokletije)
Hauptzugang
Žabljak (4 Std. von Kotor)
Währung
Euro (EUR)

Fünf Nationalparks in einem Land kleiner als Hessen

Montenegro ist winzig — 13.812 km² — und schützt dennoch fünf national ausgewiesene Gebiete mit Küstenkarst, glazialen Seen, Urbuchen-Wald und alpinen Kämmen über 2.500 m. Diese Wilddichte im Verhältnis zur Landesgröße ist in Europa fast unerreicht, und die Berge im Norden sind der Grund, warum die meisten ernsthaften Reisenden ein zweites Mal zurückkehren.

Die fünf Parks teilen sich grob in zwei Zonen. Der Süden und die Küste beanspruchen Lovćen (der schwarze Berg, der dem Land seinen Namen gab) und Skadar (Balkans größter See, mit Albanien geteilt). Der Norden gehört den großen Dreien: Durmitor, ein UNESCO-Welterbe-Massiv mit 18 Gletscherseen; Biogradska Gora, einer von nur drei verbliebenen Urwäldern in Europa; und Prokletije, der albanische Alpenrand, wo Montenegro, Albanien und Kosovo zusammentreffen.

Dieser Reiseführer behandelt das nördliche und zentrale Hochland. Für Lovćen siehe den Bucht von Kotor Hub.

Die fünf Nationalparks auf einen Blick

Durmitor — das Flaggschiff

Der Durmitor-Nationalpark wurde 1980 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Sein Mittelpunkt ist Bobotov Kuk auf 2.523 m — der höchste Gipfel vollständig innerhalb Montenegros — mit einem kreisförmigen Rand aus vergletscherten Kämmen, 18 Gletscherseen (den gorske oči, Bergaugen) und dem Tara-Fluss-Canyon, der 1.300 m in den Kalkstein darunter schneidet. Das Park-Gateway ist Žabljak, die höchste Stadt auf dem Balkan auf 1.456 m.

Biogradska Gora — der alte Wald

Biogradska Gora wurde 1878 durch Dekret von König Nikola geschützt — damit ist es eines der ältesten geschützten Gebiete der Welt. Sein Urwald aus Buchen und Tannen bedeckt rund 1.600 ha und wurde nie abgeholzt. Biogradsko Lake, ein 220 ha großer Gletschersee im Herzen des Parks, ist von einem flachen 3,5 km langen Weg umgeben, der auch für Gelegenheitswanderer zugänglich ist. Der Park ist von Kolašin (20 Minuten) oder Mojkovac (30 Minuten) aus erreichbar.

Prokletije — die Grenswildnis

Noch weitgehend unentdeckt von internationalen Besuchern bildet Prokletije (die Verfluchten Berge) Montenegros östlichen Rand, der an Albanien und Kosovo grenzt. Die Via Dinarica führt durch ihn, und mehrtägige Hütten-zu-Hütten-Trekkings werden zunehmend von lokalen Guides unterstützt.

Lovćen — der heilige Berg

Der 1.749 m hohe Gipfel, der Montenegro seinen Namen gab, erhebt sich direkt über Kotor. Die Lovćen-Seilbahn verbindet die Küste in weniger als 30 Minuten mit dem Gipfel. Ausführlich behandelt im Bucht von Kotor-Reiseguide.

Skutarisee — das Feuchtgebiet

Europas größtes Überwinterungsgebiet für Dalmatinische Pelikane liegt am Rand der Küstenzone. Am besten von Virpazar oder als Tagesausflug von Podgorica aus besucht.

Wo man im Winter Ski fährt

Montenegro hat zwei funktionsfähige Skigebiete.

Žabljak / Savin Kuk (1.700–2.000 m) ist die Alpinoption: Das Skigebiet liegt im Durmitor-Nationalpark über Žabljak, mit Pisten, die über 300 m Höhenunterschied fallen. Tagespass ca. 20–25 €.

Kolašin 1450 (1.450–1.960 m) ist das modernere Resort: neue Gondel 2019 installiert, 24 km gepflegte Pisten und ein Dorf mit echten Hotelinfrastrukturen. Zugänglich von Kolašin in 15 Minuten. Saison Dezember–März.

Sommer: Wandern, Rafting und Kajaken

Die Berge erwachen vollständig von Juni bis September.

Wandern: Markierte Wanderwege durchziehen Durmitor mit einer Wegmarkierungsqualität vergleichbar mit Alpenpärken. Der Schwarze-See-Rundweg (3,4 km, flach) ist für alle geeignet; Bobotov Kuk (10–12 Std. Rundtour) ist ein ernsthaftes Ziel.

Rafting auf der Tara: Tara-Schlucht-Rafting ist die beliebteste Aktivität im montenegrinischen Hochland. Die Schlucht schneidet 1.300 m in Kalkstein — die zweittiefste der Welt nach dem Grand Canyon.

Ganztages-Tara-Schluchtenrafting Halbtages-Tara-Rafting ab Žabljak

Kajaken: Kajaktouren sind in den unteren Schluchtenabschnitten nahe Pljevlja verfügbar.

Tara-Schlucht-Kajaken

Geführte Wanderungen:

Private geführte Wanderung in Durmitor Kleingruppen-Durmitor-Seenwanderung

Anreise aus der Küste in die Berge

Der häufigste Zugang von der Küste ist Kotor → Žabljak über Nikšić: ca. 4 Stunden bei guten Bedingungen. Eine malerische Alternative ist die Fahrt durch den Morača-Canyon auf der E65-Autobahn von Podgorica nach Kolašin (1h30) und dann hinauf zur Biogradska Gora.

Geführter Tagesausflug: Kotor → Durmitor + Tara-Brücke

Saisonalität auf einen Blick

MonatBedingungenWas geöffnet ist
Dezember–MärzSchnee über 1.200 m, SkisaisonSkigebiete, Basisunterkunft in Žabljak
April–MaiSchlamm, Restschnee, variabelStraßen offen, aber Wanderwege rutschig
Juni–SeptemberWarme Tage, kühle NächteAlle NP, Rafting, Wandern, alle Unterkünfte
OktoberHerbstfarben, ruhige WegeDie meisten NP, reduziertes Rafting
NovemberErster Schnee möglich über 1.500 mNP-Besucherzentren oft schließend

Was man für die Berge einpackt

Die montenegrinischen Highlands erzeugen ihr eigenes Wetter. Selbst im August können die Temperaturen auf Durmitor über 2.000 m auf 5–8 °C sinken, wenn Wolken aufziehen, und Nachmittagsgewitter sind von Juni bis September üblich.

  • Regenjacke (wasserdichte Hülle, immer)
  • Warme Zwischenlage (Fleece oder leichtes Daunenoberteil)
  • Sonnenschutz (UV-Intensität auf 2.000+ m höher als auf Meereshöhe)
  • Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person)
  • Offline-Karte auf das Telefon geladen (Mapy.cz deckt Montenegros Hochland detailliert ab)
  • Geeignetes Schuhwerk — Laufschuhe für Talwege, wasserfeste Wanderstiefel für alles über 1.500 m

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich einen Allradantrieb, um die Nationalparks zu erreichen?

Nein. Alle wichtigen Park-Gateways (Žabljak, Kolašin, der Biogradska-Eingang) liegen auf asphaltierten Straßen, die für Standardautos zugänglich sind.

Ist ein Führer für das Wandern in Durmitor notwendig?

Für den Schwarzen-See-Spaziergang und andere Talwege nein. Für Gipfelrouten einschließlich Bobotov Kuk wird ein Führer dringend empfohlen.

Kann man in den Nationalparks zelten?

Zelten ist nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt. In Durmitor befindet sich der Hauptcampingplatz in der Nähe von Žabljak.

Sind die Straßen zwischen den Parks in einer Reise befahrbar?

Ja. Žabljak nach Kolašin dauert ca. 1h15 auf guten Straßen. Kolašin nach Biogradska Gora ist 20 Minuten.